Eine GKMB Anwendung
www.gkmb.de

Von Pforzheim an den Bodensee - Die 13. Tour de Baden im Rückblick

Die 13. Tour de Baden – Eine unendliche Geschichte…?

 

1. Tag – Gemütlichkeit war Trumpf

 

Eigentlich hätte schon die Jubiläumstour im Jahr 2017, die letzte Tour an den Bodensee sein sollen. Doch dieser zehnten folgten zwei weitere und dieses Jahr die 13. Tour. Bange Blicke hatten schon Tage zuvor die einschlägigen Wetterapps studiert, die so gar kein gutes Wetter vorausgesagt hatten. Würde das deutsche Wetter die Tour ins Wasser fallen lassen? Nein, am Ende hatte der Wettergott ein Einsehen und nur ab und zu ließ er ein paar Tropfen vom Himmel fallen. Traditionell wurden vor der Abfahrt bei der Metzgerei Zorn die Kalorienspeicher aufgefüllt und nachdem sie sich in coronagerechter Art und Weise, Weiß- und Saitenwürste einverleibt hatten, machten sich elf wackere SG-Strampler am 3. August mit ihren Bikes, auf in Richtung Bodensee. So starteten zur ersten Etappe vom Wartberg aus, Tourmanager und Trainer Ala, die Oldies Manfred und Manu, sowie die B-Jugendlichen, Dario, Leon, Bastian, Nick, Adam, Robin, Lasse und Elias. Den Tourbus steuerte dieses Jahr Alas Freundin Nina, die das für sie etwas ungewohnte Gefährt sicher über die Straßen des Landes steuerte und immer sofort zur Stelle war, wenn sie gebraucht wurde. Auf dem Weg nach Nagold wurden unterwegs weitere Radgäste aufgenommen. Bastians Bruder Finn reihte sich am Ortseingang von Dillweißenstein ein. Und am dortigen Bahnhof nahmen wir Rian aus Berlin in die Gruppe mit auf, der mit seiner Oma ein paar Tage Urlaub bei der Zornschen Verwandtschaft verbrachte und einmal echte Radlerluft schnuppern wollte. Leider war die Luft trotz vorangegangenem Fahrtraining, in Unterreichenbach schon wieder raus und er wurde dort von seiner Oma abgeholt. Nachdem wir Calw passiert hatten und die Fahrt bis dahin ereignislos verlaufen war, stürzte Manu bei einem kurzen Stopp in einen Straßengraben, nachdem er beim Anhalten den zugewachsenen Graben übersehen hatte und in ein Luftloch getreten war. Es sah zwar lustig aus, wie Manu da in den Graben rollte, aber zum Glück blieb sein Pedelec stehen und fiel nicht hinterher. Lediglich eine kleine Fleischwunde am Finger war das Ergebnis des Sturzes und wurde später fachmännisch von Nina versorgt und verbunden. Ein paar Kilometer weiter musste Finn wegen Knieschmerzen aufgeben und setzte die Fahrt zunächst im Tourbus fort. Nach dem üblichen Verpflegungsstopp im Wildberger Edeka, kamen wir ohne weitere Zwischenfälle in Nagold an, wo wir dieses Jahr wieder im Naturfreundhaus übernachteten. Da mittlerweile die Sonne durch die Wolken gebrochen war, besorgten sich ein paar der Jungs vor dem Abendessen, dass beim „Griechen“ eingenommen wurde, lustige Sonnenbrillen beim Drogeriemarkt, die für aufheiternde Momentaufnahmen und ordentlich Stimmung sorgten. Da auch das Essen hervorragend und reichlich war, taute die Gruppe auf und es wurde ein richtig spaßiger Abend, bei dem auch sprachwissenschaftliche Erkenntnisse zum Besten gegeben wurden. So wurde bekannt, dass Spanisch eine große Hilfe beim Flirten sein soll. Beweise wurden keine geliefert, aber es sollen tatsächlich entsprechende Erfahrungen, insbesondere im Clan der Familie Meißner vorhanden sein. Ob nach der Tour Spanischkurse gebucht wurden, entzieht sich der Kenntnis der Tourleitung.

 

2. Tag – Irrfahrt um Horb

 

Leichte Regentropfen fielen am nächsten Morgen auf die Dachfenster unserer Herberge und weckten uns sanft. Nach und nach wurde der Regen jedoch von der Sonne verdrängt, die ihre Strahlen durch die Wolkendecke schickte und uns das Aufstehen erleichterte. Pünktlich um 08.30 Uhr wurde der Bus beladen und nach dem obligatorischen „Treppenabschiedsfoto“ ging es in rasanter Fahrt bergabwärts zum Frühstück. Da das Naturfreundehaus aufgrund Corona derzeit nicht bewirtet war, wurden Butterbrezeln, belegte Brötchen, Kaffee und andere Getränke bei einem nahen Bäcker auf dessen Terrasse genossen. Und während die einen noch frühstückten, musste Lasse musste noch einen Radladen aufsuchen, da ein Schalthebel gebrochen war. Mit einem“ Hunni“ war er dabei und konnte dafür anschließend wieder schalten und walten, wie er wollte. Nach einer kurzen Verpflegungsaufnahme beim Edeka, ging es in flotter Fahrt Richtung Rottweil. Mit dabei war nun auch Freddy, der nach seinem Familienurlaub, am Vorabend in Nagold zu uns gestoßen war. Unterwegs wurden wir auf einem Waldweg durch Baumfällarbeiten gestoppt und mussten umdrehen. Ein netter Anwohner beschrieb uns einen anderen Weg, der sich sogar als Abkürzung erwies, uns auf den Radweg zurückbrachte und durch den wir uns eine lange Steigung ersparten. Als wir dann die Außenbezirke von Horb erreichten, war es fast wie immer und wir verfuhren uns aufgrund der immer noch schlechten Beschilderung, die sich in all den Jahren leider nicht verbessert hatte. So lernten wir wieder neue Wege kennen, über die wir aber doch noch recht schnell Horb erreichten, wo es weiter Richtung Sulz am Necker ging. Was wiederum Robin erfreute, der unbedingt am Neckar entlang fahren wollte. Der Edeka in Sulz war nach fast 40 km das Pausenziel, von wo aus es dann nonstop weiter bis nach Rottweil ging. Nachdem der Rottweiler Hausberg von fast allen durchgehend fahrend bezwungen wurde - nur ein paar müde Krieger legten einen Teil schiebend zurück – landeten wir nach etwa 70 km schließlich an unserem Ziel, der ältesten Stadt Baden-Württembergs, die bereits 73 n. Chr. in den Geschichtsbüchern Erwähnung fand. Alas Schwester Caro mit ihrem Sohn und SG-Minispieler Matti war mit dem Campingbus angereist und übernachtete mit uns in der Rottweiler Jugendherberge. Gespeist wurde an diesem Abend im „Da Rosario“ am schwarzen Tor und der Abend mit einem Eis abgerundet. Die Jugend begab sich anschließend zurück in die Herberge, während die Tourleitung noch einen Absacker in einem netten Weinlokal am Stadttor mit in die Träume nahm.

 

3. Tag – Hüfinger Bergwertung und Tengener Nassabfahrt

 

Nach einer Energieleistung vom 13-jährigen Finn, der wieder das Rad bestiegen und zusammen mit allen anderen die 107 km lange Strecke von Rottweil nach Horn bewältigt hatte, kamen wir unfallfrei und fast trocken im Jugendhotel auf der Halbinsel Höri an. Zuvor waren jedoch einige Klippen zu umschiffen. Darunter die alljährliche „Hüfinger Bergwertung“, die dieses Jahr von Bastian gewonnen wurde, der sich mit seinen Klickpedalen und dem daraus resultierenden technischen Vorteil, knapp vor Freddy durchsetzte. Dritter wurde der mit Rucksack bepackte Robin. Einen Sonderpreis gab es für Nick und Lasse, die die letzten Meter mit einem Duo-Wheelie zurücklegten und gemeinsam die Ziellinie überquerten.“ Berghinaufschieber“ gab es auch, die allerdings aus der Wertung fielen. Nach dieser Energieleistung hatten sich alle eine Pause verdient, die beim altbekannten Edeka in Blumberg abgehalten wurde. Dort wartete schon Nina mit dem Tourbus auf uns. Als Überraschung hatte sie eine Hend’l und Hax’n Braterei organisiert, an der sich alle mit Hähnchen, Spareripps, Hax‘n, Schlegeln und/oder Pommes stärkten. Danach freuten sich alle auf die wunderschöne Tengener Abfahrt, die wir nach einem letzten Anstieg noch trocken erreichten. Unmittelbar nach unserer Ankunft öffnete der Himmel seine Schleusen und wir mussten die Abfahrt bei strömenden Regen bewältigen. Nass aber unfallfrei kamen wir im Tal an und setzten nach einer kurzen Trocknungsphase unsere Fahrt bei leichtem Regen fort. Der hörte jedoch bald auf und über Singen und Moos erreichten wir dann unser Ziel. Weitere Gäste waren dort eingetroffen. Ala und Caros Mutter mit ihrem Werner und Caros Schwiegereltern hatten sich ebenfalls im Jugendhotel eingebucht und verbrachten die weiteren Tage mit uns. Unsere weibliche Vorhut mit Nina und Caro hatte bereits das Abendessen vorbereitet und leckere Salate mit Nudeln und Erzeugnissen aus dem eigenen Garten angerichtet. Grillmaster Ala legte dazu Pollo Fino, Steaks und leckere Grillwürste von der Metzgerei Zorn auf den Grill. Nach dem Essen saß man noch gemütlich beisammen und wurde erst vom einsetzenden Regen ins Haus vertrieben.

 

4. Tag – Sterntag und Strandbad

 

Im neu gestalteten Frühstückspavillon wurden wir an diesem Morgen wie die Jahre zuvor freundlich von Servicekraft Edda und dem neuen Hotelmanager Miguel begrüßt. Coronagerecht bedienten wir uns mit Maske und Einweghandschuhen am, wie immer reichhaltig bestückten, Frühstücksbuffet. Die nach und nach aus den Federn hinzukommende Jugend lauschte am Frühstückstisch gespannt Manus Handballerinnerungen und konnten so einige Anekdoten über Patrick Groetzki, Uwe Gensheimer, Bob Hanning, Martin Heuberger und andere Handballgrößen erfahren. Und da Freitag eigentlich „Sterntag“ ist, fuhr die Jugend gegen Mittag mit dem Bus zum Döneressen nach Radolfzell. Nach ihrer Rückkehr stürzten sie sich im Strandbad in die Fluten des Bodensees. Freddy, Lasse und Nick, inspiriert vom olympischen Kunstspringen, zauberten dort noch eine Kunstsprungshow aufs Parkett, bzw. mangels Sprungbrett auf den Pfahl und zeigten ihre Künste. Wer als Sieger vom Pfahl ging, ist nicht bekannt. Manu feierte währenddessen eine italienische Küchenparty. Mit Musik von Adriano Celentaro und dem Hit „Azzurro“, flutschten die Rigatoni fürs Abendessen nur so durch Manus Hände und am Ende stand ein leckeres Mahl auf dem Tisch. Als Dessert reichte Ala Milchreis mit verschiedenen Zutaten. Danach wurde das PS4-Fifa-Turnier eröffnet und sechs Teams kämpften bis gegen Mitternacht um den Einzug ins Finale, welches aufgrund der späten Stunde auf den nächsten Tag verlegt wurde. Leider konnte der erfolgsverwöhnte Ala mit seiner Partnerin Nina nur an Erfahrung gewinnen und musste diesmal anderen den Vortritt lassen.

 

5. Tag – Nach Turniersieg mit dem Boot hinaus auf See

 

Der vorletzte Tag unserer Tour begrüßte uns mit frischer Brise und einem außergewöhnlichen Wolkenbild über dem See, hinter dem sich leider die Sonne versteckte. So saßen beim Frühstück die frierenden „Pussys“ aus Zimmer 14 im Frühstückspavillon und die Harten aus Zimmer 15, draußen um eine der gemütlichen Frühstücksinseln, wo sie Manus Abenteuern und Lebensgeschichten lauschten. So wurde frisch informiert und gut gestärkt das Endspiel um das PS4-Fifa-Turnier gespielt. Alles lief friedlich ab, Zuschauerausschreitungen gab es auch keine und am Ende standen Dario und Leon aus Zimmer 15 als Sieger fest. Ihre Endspielpartner Bastian und Nick, beide übrigens aus Zimmer 14, hatten sich bemüht, waren am Ende aber chancenlos. Trotz der angespannten Wetterlage wurden danach kurzerhand drei Motorboote gemietet und mit Volldampf oder auch etwas weniger, ging es hinaus aufs Schwäbische Meer. Auch Käpt’n Matti war wieder mit von der Partie und steuerte sein Schiff sicher durch die Wellen. Den Sprung ins kühle Nass wagten auch alle und mit etwas Bewegung, war es im Wasser dann gar nicht mehr so kalt. Einzig Manu hatte Probleme und musste etwas pumpen, konnte dann mit Mühen aber auch herrlich erfrischt, den Bodenseefluten entsteigen. So eine Bootsfahrt macht natürlich hungrig und so wurden die Reste des Vortags frisch zubereitet und alle hungrigen Mäuler konnten gestopft werden. Der angekündigte Regen ließ auch nicht lange auf sich warten und so wurde der trübe Nachmittag u. a. mit Chillen, Olympia gucken, Karten spielen und Berichte schreiben verbracht. Die „Erwachsenen“ nahmen zum Abschluss der Tour ihr Abendessen im „Hirsch“ in Gaienhofen ein, während Nina und Manu mit der Jugend zum Abendessen einen Abstecher ins Strandbad einlegten.

 

6. Tag – Ab nach Hause!

 

Nach fünf schönen und erlebnisreichen Tagen nahmen wir bis auf unbestimmte Zeit Abschied von der schönen Halbinsel Höri und unserem Jugendhotel. Nächstes Jahr werden wir höchstwahrscheinlich wieder am Jugendturnier in Veszprém teilnehmen und im Plattensee baden gehen. Nach dem Frühstück wurden die Zimmer geräumt, sauber gemacht und der Tourbus mit Leergut und Taschen beladen. Manu schloss sich Nina an und leistete ihr auf der Rückfahrt mit Dario Gesellschaft. Der Rest fuhr mit dem Rad nach Radolfzell, wo die Taschen in Empfang genommen und nach einer Kaffeepause in der Innenstadt, der Zug Richtung Karlsruhe bestiegen wurde. Nachdem unterwegs bereits einige die Gruppe verlassen hatten, erreichte der Rest wohlbehalten Pforzheim, wo schon die Eltern warteten. Diesen konnten wir von einer harmonischen und beanstandungslosen Ausfahrt berichten.

 

Ein großer Dank gilt wie immer unserem Ala, der wieder mal alles bestens organisiert hatte und somit für Abwechslung im harten Leistungssport-Leben sorgte. Danke auch an Caro und Nina, die als SG-Express-Chauffeurin eine gute Figur abgab, sowie zusammen mit Caro eine super Küchencrew bildete. Ein Dank gilt auch Manu, der nicht nur in der Küche italienisch wirbelte, sondern auch sonst gesten- und wortreich für Unterhaltung und Stimmung sorgte. Wir sehen uns…

 

Euer

Manfred Karpstein

 

 

Teile diesen Beitrag: