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Trainerinterviews

 

 

Nach dem überragenden 38:9-Erfolg gegen den Tabellenzweiten TGS Pforzheim gratulieren wir zu Deinem dritten Kreismeistertitel in Folge in der E-Jugend


Ulf Meißner:
Vielen Dank dafür, aber ich kann die Gratulation nur zu einem Teil annehmen. Mindestens 50%, wenn nicht gar mehr, gebühren meinem Kollegen Jürgen Hölle, der in vielen Trainingseinheiten seit vielen Jahren überhaupt die Basis dafür gelegt hat. Er schafft es, Mini-Handballer im Übergang zur E-Jugend auf ein hohes technisches Niveau zu bringen, von dem ich dann profitiere. Und bei den Spielen ergänzen wir uns hervorragend. Ich als aufgescheuchtes Hühnchen und Jürgen als ruhender Pol. Gegensätze, die uns insgesamt stark machen. 
 


Die Mannschaft ist ja nicht nur auf Kreisebene stark. Klare Erfolge gegen die Rhein-Neckar-Löwen, TVB Stuttgart, HG Oftersheim/Schwetzingen oder den Tabellenführer der Pfalzliga, die JSG Dudenhofen/Schifferstadt zeugen ja von einer ganz besonderen Qualität des Jahrgangs. Was ist das Geheimnis des Erfolges? 
 
Ulf Meißner:
Fördern durch Fordern. Wir binden talentierte große Minis schon zwei Jahre bevor sie regulär in die E-Jugend kommen, in das richtige E-Jugend-Training ein. Das hat mir zwar ein paar graue Haare eingebracht, aber wenn die Jungs dann regulär in die E-Jugend kommen, ist das dortige Tempo dann kein Problem mehr für sie. Man muss nur aufpassen, dass während dieser zwei Jahre keine Frustration entsteht. Das ist uns bislang gelungen und die Erfolge heute entschädigen natürlich auch für manche Lehrstunde in einer Trainingseinheit. 
 


Welche Deiner Spieler sind die Schlüsselspieler?  
 
Ulf Meißner:
Noch vor einem Jahr hätte ich ohne nachzudenken Mika Greiner und Robin Meißner genannt. Beide sind auch heute noch ihrem eigentlichen Jahrgang voraus und sind auch aus der D1 schon nicht mehr wegzudenken. Doch während manche starken Spieler einen Schatten über andere legen, spenden beide ausreichend Sonne, dass sich die Kameraden weiter entwickeln können. Der Abstand ist deutlich geringer geworden. Da haben einige der anderen einen riesigen Leistungssprung hingelegt. Und von den E2-Spielern machen mehrere einen großen Druck mit einer wahnsinnigen Entwicklung. Es kann sich niemand ausruhen. Und das ist spürbar. Jeder erzielt Tore und jeder hat ein Auge für den besser postierten Mitspieler.  
 
Mit einer Trainingsbeteiligung von über 90% und einer dabei hohen Aufmerksamkeit der Spieler finde ich für eine E-Jugend paradiesische Zustände vor. Das macht es mir leicht, die Jungs zu entwickeln, da jeder für sich besser werden möchte. 
 

 
Worin liegen Deine Trainingsschwerpunkte?


Ulf Meißner:
Wie sich schon herumgesprochen haben dürfte, bin ich ein großer Anhänger in Sachen Entscheidungsgeschwindigkeit. 75% meiner Trainingsinhalte beruhen darauf, bei schnellem Spiel die richtigen Entscheidungen zu treffen. Sehr zum Ärgernis der Kinder sind daher Prellverbot, passives Vorwarnzeichen schon nach drei Pässen, Abspiel schon nach einer statt drei Sekunden feste Bestandteile der Trainingsarbeit. Am liebsten würde ich das in fünf Trainingseinheiten pro Woche mit der Mannschaft trainieren, was sich beruflich leider nicht realisieren lässt. Dafür bin ich Beate Lupus und ihren Co-Trainern der D-Jugend auch sehr dankbar, dass die Spieler in der D-Jugend mit trainieren dürfen. Sie setzt wiederum andere Schwerpunkte und dadurch profitieren wiederum die Kinder.

 


Welchen Faktor spielen denn die Eltern der Kinder?


Ulf Meißner:
Kinder in diesem Alter können weder selbständig Auto fahren noch Bus. Insofern bedarf es engagierter Eltern, die ihre Kinder zwei bis viermal pro Woche in die Halle fahren. In dieser Hinsicht habe „ich“ die besten Eltern der Welt. Denen ist kein Dienst zu viel und wir sind eine tolle Gemeinschaft, die hoffentlich noch lange andauernd wird? 
 


Das heißt, Du wechselst mit den 2007ern in die D-Jugend?


Ulf Meißner:
Nein. Ich bleibe der E-Jugend verbunden, obwohl auch die D-Jugend eine schöne Aufgabe wäre. Aber mit Beate Lupus finden „meine“ Jungs eine tolle Trainerin vor, die auch einmal andere Schwerpunkte setzt, was allen gut tut. Und mit einigen 2008ern habe ich schon vor drei Jahren begonnen. Da bin ich einfach zu gespannt darauf, wie die sich mir ans Herz gewachsene Kinder weiter entwickeln. E-Jugendtrainer zu sein, ist eine der schönsten Nebenbeschäftigungen. Insofern kann ich nur hoffen, dass niemand diese Passion für sich entdeckt.


 
Wenn nächste Saison der starke Jahrgang 2007 in die D-Jugend aufrückt, wie stehen die Zeichen für den nächsten Kreismeistertitel mit dem Jahrgang 2008?


Ulf Meißner:
Unsere 2008er spielen aktuell überwiegend in der E2, haben aber eine steile Leistungskurve hinter sich gebracht. Mit Armin Pivac aus Mühlacker hat sich ein sehr vielversprechendes Talent unserer SG angeschlossen. Wenn es uns gelingt, die Leistungskurve weiter am Steigen zu halten, werden wir sicherlich ein gewichtiges Wort mitreden. Aber wichtiger für mich ist es, wie sich die E-Jugendlichen in der D-Jugend schlagen. 
 


Welche Botschaft möchtest Du gerne unserem Jugendkoordinator Alexander Lipps mit auf den Weg geben? 
 
Ulf Meißner:
Alex, bleibe der A- und der C-Jugend treu. Und lass mir die E-Jugend.


 
Hast du noch über eine besondere Anekdote zu berichten? 
 
Ulf Meißner:
Ich erinnere mich noch genau daran, dass ich vor drei Jahren einen „Zappelphilipp“ während des Trainings in die Ecke zum Schämen stellen musste, der kurze Zeit später meine Hand und Nähe suchte und seither trotz seines überschwänglichen Temperamentes einer meiner Lieblingsspieler geworden ist. Oder ein anderer Spieler, der sich nicht damit anfreunden konnte, dass ich anstatt seiner Mama Trainer bin und der die Halle nass weinte, wenn sie die Halle verließ. Und der nun in der Abwehr derjenige ist, der dorthin geht, wo es weh tut. Und deswegen gibt es nichts Schöneres als E-Jugend Trainer zu sein. Weil man da die Kids um Längen besser machen kann und der Erfolg nahezu wöchentlich messbar ist. Das sind über die Zeit irgendwie „meine“ Kinder geworden.  
 


Hast Du Dich nur dem Jugendhandball verschrieben oder hast Du auch Ambitionen im Erwachsenenhandball?


Ulf Meißner:

Wenn Bob Hanning bereit wäre, auch der SG 500.000 EUR Ablöse zu bezahlen, wäre ich gesprächsbereit. 

 

 

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