Berichte vom Wochenende 18./19.04.
3. Liga: SG Pforzheim/Eutingen – Rhein-Neckar Löwen II 33:32 (14:17)
Das war „meißnerhaft“
Dass die Eutinger Fans längst stehend auf der Tribüne beim Abpfiff „oh wie ist das schön“ schmettern, hätte beim Siebenmetertreffer von Kronaus Laurin Karrenbauer in der 48. Minute zum 23:27-Spielstand wohl keiner für möglich gehalten.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Junglöwen das Nordbaden-Derby lauf- und wurfstark und vom Anpfiff weg in Front liegend bestimmt. Was dann folgte, wird man in beiden Lagern nicht so schnell vergessen, willensstarke Eutinger, die mit einem eingewechselten, über sich hinauswachsenden Keeper Adam Studentkowski ihr Tor geradezu vernagelten und dies, obwohl der Lipps-Truppe neben dem verletzten Oskar Emanuel in der Schlussphase zumeist auch ihr nach zwei Zeitstrafen angeknockter Leuchtturm im Abwehrzentrum Josias Boschmann fehlte.
Im Angriff plötzlich einer Explosion gleich die Gastgeber, die nicht nur binnen drei Minuten mit Treffern von Finn Meißner, Luca Mariani und Linus Bleh den Rückstand egalisierten, sondern mit weiteren Toren von Meißner und Mariani den 4:0-Lauf sogar auf sechs Treffer in Folge ausbauten und dies, obwohl sich die Lipps-Truppe nach einer Zeitstrafe gegen Matej Mikita in dieser Phase sogar in Unterzahl befand. Was dann folgte war Crunchtime pur, in der die Löwen dreimal (30:30/31:31/32:32) den Pforzheimer Vorsprung wieder pari stellten, ehe „the man oft the match“ Finn Meißner seine Farben 30 Sekunden vor dem Abpfiff mit seinem Treffer Nummer 11 das Punktepaar sicherte.
Was Pforzheims Youngster in Halbzeit Nummer zwei abspulte hat das Prädikat meisterhaft (meißnerhaft) verdient.
Obwohl in der ersten Halbzeit noch an der Kette, hatte er sich in der ersten Hälfte schon mit dem Treffer zum 8:8-Ausgleich in den „Club der Hunderter“ geworfen, geradezu grandios Halbzeit Nummer zwei mit der er mit zehn Toren seine Mannschaft nicht nur am Tropf hielt, sondern auch zum Sieger machte. Sonderlob auch für die Willenskraft mit der Broschwitz, Schnepf und Bleh die Kastanien noch aus dem Feuer holten, ebenso auch für Luca Mariani, der mit sechs Toren seine Torbilanz auf 81 Saisontore, ausnahmslos aus dem Feld, ausbaute.
Bei der abschließenden Pressebesprechung verständlicherweise verschiedene Gemütslagen, der offensichtlich noch frustrierte Löwen Trainer Holger Löhr hatte seinen Co. Steffen Christmann zu diesem Canossagang geschickt. „Ich glaube nicht, dass die Abwehr von Alexander Lipps schon oft in einer Halbzeit 17 Tore hinnehmen musste“ sang er zunächst ein Loblied auf sein Team, um aber gleich hinterher zu fügen „ich habe unsere Mannschaft aber auch noch nie so einbrechen sehen“. Unter dem Strich war er ein fairer Verlierer „der Sieg von Pforzheim ist glücklich aber nicht unverdient“. Alexander Lipps war stolz, dass seine Jungs bis zuletzt kämpften und alles gaben, „wenn es im Verlauf der ersten Halbzeit auch einiges zu kritisieren gab“
Weil alle Teams aus der Beletage am Wochenende Siegermannschaften stellten, bleiben seine Herren zwar auf Rang fünf in der Tabelle, bei einem Zähler Rückstand auf Rang zwei aber in Schlagdistanz. Noch unter die ersten Drei zu rücken und sich damit die Teilnahme am DHB-Pokal zu sichern lautet nun das Ziel. Dass dies nicht einfach wird bei den zwei anstehenden Gastspielen bei Oftersheim/Schwetzingen und dem sich vor eigenem Publikum als Favoritenkiller gefallenden TV Bittenfeld sowie der abschließenden Hausaufgabe gegen den HC Erlangen II, weiß Lipps „Spiele die wir so angehen wollen und werden, dass man sie gewinnen kann“.
SG Pforzheim/Eutingen: Luckert, Studentkowski, Horchheimer 1, Schnepf 3, Bröhl, Sruk, Mauch 1, Bleh 3, Mikita, Broschwitz 4, Schneider, Schmitt 1, Boschmann 3, Mariani 6, Ackermann, Meißner 11/3
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Fotos von M. Mariani findet ihr hier….
Oberliga Baden-Württemberg: TSV Altensteig – SG Pforzheim/Eutingen II 31:31 (14:16)
Bastian Meißner trifft 13mal
In der Oberliga Baden-Württemberg festigte die SG Pforzheim/Eutingen II mit einem Remis beim TSV Altensteig ihren vierten Tabellenplatz, Altensteig bringt der Punkt nicht weiter, die Nagoldtäler werden in der nächsten Runde in der Verbandsliga auflaufen müssen. Mit einer 8:4-Führung schienen die Mannen von Carsten Lipps schnell auf Siegkurs zu gehen, ehe Altensteig bis zum 14:16-Pausenstand wieder etwas dichter herangekommen war. Als sich die Eutinger bei einer 5-Tore-Führung sieben Minuten vor dem Abpfiff bereits als Sieger wähnen durften, fand Altensteig in einer Auszeit offenbar noch einmal die richtigen Mittel und glich, zuletzt per Siebenmeter in letzter Sekunde, doch noch aus. Mit Bastian Meißner scheint ein weiterer aus der Meißner-Family für den Drittligakader interessant zu werden.
SG Pforzheim/Eutingen II: Amberger, Leskovic, Wilhelm, Donatien 1, Reber, B. Meißner 13, Hurst, Kremer 1, Böhm 1, Rothfischer, Hofsäß 6, Giuliano 4, Kurbel 1, Tüx 4, Jacob
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