Die Erfolgsgaranten ohne Ball in der Hand - Interview mit unserem Cheftrainer Alexander Lipps

SG Pforzheim/Eutingen:
Vor der Saison gab es einen großen Umbruch. Mit Tim Ganz, Ingo Catak, Max Lupus, Luca Tschentscher, Torsten Anselm und Tom Schlögl verließ fast eine Start-Sieben den Verein oder beendeten die Karriere, denen nur Oskar Emanuel aus Dessau-Roßlau und Finn Meißner aus der eigenen Jugend als Neuzugänge gegenüber standen. Hattest du in Vorfeld der Saison deswegen die ein oder andere unruhige Nacht?
Alexander Lipps:
In der guten Rückrunde der Vorsaison hatten die ausscheidenden Spieler schon zum Großteil nur noch kleinere Rollen. Die Verpflichtung von Oskar sorgte für deutlich Entspannung. Nachdem dann alle gesund aus der Vorbereitung in die Saison gestartet sind, war es deutlich leichter. Finn erhielt dann obendrein noch früher den Kader-Status und durfte bei den Herren durchstarten. So war der Kader bei Saisonstart komplett und ich konnte gut schlafen.
SG Pforzheim/Eutingen:
Mit dem dritten Platz im Endklassement erreichte die SG ihr bestes Ergebnis in einer kompletten Runde - abgesehen vom zweiten Platz 2022 in einer Runde mit nur 12 Mannschaften. Wie ordnest du diesen Erfolg ein, auch vor dem Hintergrund dieses Umbruchs.
Alexander Lipps:
Ich würde die Saison als sehr erfolgreich ansehen. Die Mannschaft hatte nicht nur einen sehr guten Saisonstart, sie hat auch konstant Leistungen über die ganze Saison hinweg abgerufen. Diese Konstanz war so nach dem Umbruch nicht zu erwarten.
SG Pforzheim/Eutingen:
Die Hälfte der Mannschaft ist noch jüngeren Alters und damit noch nicht auf dem Zenit der Leistungsfähigkeit angekommen. Wohin kann es mit der Mannschaft noch gehen?
Alexander Lipps:
Natürlich ist es von Vorteil, dass der Großteil der Mannschaft zusammen geblieben und damit eingespielt ist. Gerade von den jungen Spielern dürfen wir sicher auch noch eine Entwicklung erwarten. Aber über den endgültigen Tabellenplatz entscheidet nicht immer nur die eigene Qualität sondern am Ende auch das Verletzungspech, das Spielglück und letztlich auch die Qualität der gegnerischen Mannschaften.
SG Pforzheim/Eutingen:
Mit Adam Studentkowski verlieren wir einen der besten Keeper dieser 3. Liga. Wie sehr schmerzt dieser Verlust? Und was dürfen wir von Paul Siegl erwarten?
Alexander Lipps:
Wir werden Adam als Typ nicht eins zu eins ersetzen können. Er hatte viele Aufgaben im Team, die nun auf andere Schultern neu verteilt werden müssen. Adam hat letzte Runde seine stärkste Saison gespielt, war konstant gut und hatte einen großen Anteil am Mannschaftserfolg. Paul ist ein ruhiger, besonnener Torhüter, der in Würzburg und Landshut schon einige Jahre auf Drittliganiveau gespielt und trainiert hat. Er ist ein anderer Typ Torhüter als Moritz. Ich hoffe und denke, beide werden sich gut ergänzen und gemeinsam an die Leistungen der vergangenen Saison anknüpfen können.
SG Pforzheim/Eutingen:
Unser Youngster Finn Meißner zeigte ein starkes Saisondebüt, avancierte zum besten Schützen der Mannschaft und vertrat Oskar Emanuel während dessen Verletzungspause hervorragend. Wie gehst du mit dem Luxusproblem, zwei starke Linkshänder für die rechte Rückraumposition zu haben, um?
Alexander Lipps:
Es sind beides unterschiedliche Spielercharaktere, sie ergänzten sich schon vergangene Saison. So ein Luxusproblem hat man aber als Trainer gerne. Für die anderen beiden Rückraumpositionen habe ich im Übrigen ein vergleichbares Problem, da haben wir mit Max, Matej, Hannes, Jule und Jona sogar fünf Spieler für zwei Positionen.
SG Pforzheim/Eutingen:
Unsere A-Jugend hat als Gründungsmitglied der Jugend-Handball-Bundesliga erneut frühzeitig die Qualifikation für die Bundesliga sichergestellt. Unsere B-Jugend hat sich ebenfalls als Gründungsmitglied erneut für die Bundesliga qualifiziert. Und unsere C-Jugend für die höchste Klasse, die Regionalliga. Wie bewertest du diesen Erfolg in deiner Funktion als Jugendkoordinator?
Alexander Lipps:
Für uns als Verein ist es natürlich wichtig, dass wir weiterhin im Konzert der Nachwuchsleistungszentren mitschwimmen. Die Entwicklung der Spieler steht über allem, trotzdem gibt es dieses kurze Zeitfenster, in dem Qualifikationen erfolgreich zu bestehen sind. Das haben sowohl unsere C- als auch die B-Jugend wirklich gut gelöst. Wir können vielen Talenten eine Perspektive bieten. In den letzten Jahren haben sich einige unserer Jugendspieler bei uns über die 3. Liga bis zum Bundesliga-Profi entwickeln können. Auch wenn dann die Abgänge schmerzen, ist dies eine Auszeichnung für uns. Für Talente kann sich also der Weg nach Pforzheim durchaus lohnen.
SG Pforzheim/Eutingen:
Wenn Du jetzt die Rolle des Jugendkoordinators abgibst und die Rolle des Herrentrainers einnimmst, welche Spieler aus diesen Jugenden dürfen wir in den kommenden Runden in der 3. Liga bejubeln dürfen?
Alexander Lipps:
Das ist natürlich nicht ganz leicht zu bewerten. Sicher sind die Spieler aus der A-Jugend am nächsten dran. Elias Jacob und Xaver Billmaier bringen sehr viel mit, sich diese Chance zu erarbeiten.

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