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SG lässt zu viele Chancen liegen

Finalhinspiel um den Aufstieg in die 2. Bundesliga und die Bertha-Benz-Halle ist gut gefüllt. Trotz DFB-Pokalfinale kommen gut 1.200 Zuschauer und sorgen für den Zuschauerrekord in der laufenden Saison.

Am Ende gab es stehende Ovationen für das SG-Team. Das mit viel Gespür ausgestattete Publikum feierte jedoch keinen SG-Sieg, sondern bedankte sich bei der Mannschaft für eine fulminante Saison, bei der man nahezu in allen Spielen Top-Leistungen zeigte, leider nur nicht heute im Spiel gegen die bärenstarken Potsdamer, die mit einem 25:30-Erfolg mit einem Bein in der zweiten Liga stehen.

 

Hätte, hätte, Fahrradkette… aber die Frage muss erlaubt sein, was wäre möglich gewesen mit einem kompletten Rückraum? Neben den Langzeitverletzten Tom Schlögl und Paul Lupus fehlten auch noch Jonathan Buck und Pascal Kirchenbauer. Der erkältete Jule Broschwitz meldete sich erst im Laufe des Tages halbwegs spielfähig, hatte aber kaum Luft für mehr als drei Angriffe am Stück. Jugendnationalspieler Torsten Anselm sagte krankheitsbedingt ebenfalls ab, so dass Coach Alexander Lipps mit Jan Wörner, Leon Gerstner und Nico Schöttle nur drei fitte Rückraumspieler zur Verfügung standen. Lipps musste deswegen mit Bastian Meißner sogar einen B-Jugendspieler nachnominieren, um im Verletzungsfall wenigstens noch eine Alternative zu haben. Durch das hohe Tempo und die gute Beweglichkeit der Gästeakteure wurde unsere Rückraumachse auch immer wieder stark in der Abwehr gefordert. Dieser Kräfteverschleiß sollte sich dann im Verlauf des Spieles noch bemerkbar machen. Untypisch viele technische Fehler waren sicherlich einerseits der Nervosität geschuldet, andererseits auch den fehlenden Verschnaufpausen. Auch einmal einem Spieler die Gelegenheit geben, die Reset-Taste zu drücken, blieb Lipps versagt. Dennoch startete die SG gut in die Partie und führte in der 8. Minute mit 4:3. Auch beim 8:8 in der 19. Minute war alles offen. Doch nicht einmal vier Minuten später führten die Gäste plötzlich mit 10:13. Jeder Fehler wurde sofort bestraft. Doch die SG zeigte Kampfeswille. Mit drei Treffern in Folge gelang der 13:13-Ausgleich. Doch statt das Momentum zu nutzen, führten überhastete Aktionen zu Ballverlusten und die Gäste konnten mit einer 13:15-Pausenführung in die Kabine gehen.

 

Trainerfuchs Hanning wollte nun nach der Pause mit schnellem Tempospiel dem SG-Rückraum den Stecker ziehen. Bis zum 16:18 in der 35. Minute gelang dies jedoch noch nicht, weswegen er überraschend früh zu einer Auszeit bat. Hier fand er wohl die richtigen Worte und machte die ohnehin schnellen Beine der Brandenburger noch ein wenig schneller. Binnen vier Minuten hieß es 16:22 und SG-Coach Alexander Lipps wurde seinerseits zu einer Auszeit gezwungen. Den freien Fall konnte er damit verhindern, doch die fehlende Kraft und der starke Gegner ließen es nicht mehr zu, die Wende einzuleiten. Am Ende siegten die Gäste mit 25:30 und stellen unsere Akteure damit im Rückspiel vor eine sehr schwere Aufgabe. Doch da kommen wir zurück auf das hätte, hätte, Fahrradkette. Überragender Akteur auf SG-Seiten war A-Jugendspieler (!) Nico Schöttle mit 12 Einschüssen. Hätte doch nur ein weiterer Akteur heute ebenfalls einen solchen Sahnetag erwischt. Und wenn in Potsdam Buck, Kirchenbauer und Anselm zurückkehren und jeder seine Pausen bekommt, vielleicht bleibt dann das genickbrechende Zwischentief aus. Dann noch vier bis fünf Freie einfach reinmachen, fünf technische Fehler weniger, dadurch drei eigene Tore mehr und zwei Gegenstoßtore verhindert, vier Torhüterparaden mehr und schon ist die Zauberformel für einen 6-Tore-Auswärtssieg fertig.

 

Es spielten: Löckel, Rutschmann, Studentkowski - Wörner (3), Hohnerlein (2), Schöttle (12), Bleh, Meißner, Beyer, Broschwitz (3), Lupus (1), Catak, Ganz (2), Gerstner (1), Süsser, Kusch (1)

 

[UM]

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