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12. Tour de Baden – Corona macht’s möglich

1. Tag – Wieder mal…

 

Nachdem 2017 die 10-jährige Jubiläumstour als letzte Tour an den Bodensee tituliert worden war, und diese dann zwar durchgeführt, aber buchstäblich ins Wasser gefallen war, hatte man sich entschieden, dass man so nicht aufhören kann. Daraufhin wurde 2018 die 11. Tour, als wirklich letzte Tour, geplant und erfolgreich durchgeführt. Im Jahr darauf folgte dann das Turnier in Veszprém/Ungarn und dahin sollte es auch dieses Jahr gehen. Doch dann kam Corona und alles war nicht mehr so, wie es einmal war. So wurde als Ersatz die 12. Tour in Angriff genommen. Am 21. August trafen sich Torsten, Oli, Conrad, Benjamin, Freddy, Daniel und Antonio von der B-Jugend mit Trainer und Tourplaner Ala Bossert sowie Torwarttrainer Manfred Karpstein und Mentalcoach Manu Petruzzi - wie üblich bei Zorns Metzgerei. Unter Beachtung der strengen Coronavorschriften wurden Weiß- und Saitenwürste angeboten, die wie immer lecker schmeckten und genügend Kalorien zum Start der Tour lieferten. Wie in den vergangenen Jahren auch, begleitete uns der SG-Tour-Bus. Dieser war besetzt mit Kerstin und Stefan Bürkle, den Eltern von Spieler Benjamin, die dankenswerterweise während der ersten Tage ihres Urlaubs diesen Part übernommen hatten. Mit dabei Wachhund „Tobi“, der Labradudel der Familie. Nun werden sich manche fragen, was ist denn das? Ganz einfach, die offizielle Bezeichnung für eine gezüchtete Mischung aus Labrador und Pudel. Nachdem der Bus beladen war, konnte die Tour bei hochsommerlichen Temperaturen starten. Zum ersten Mal war auch ein Pedelec dabei, mit dem sich unser Manu fortbewegte. Den Wartberg hinab, durch den Enzauenpark und flott durchs Nagoldtal, ging die coole Fahrt. Nach reiner Fahrzeit von 3:21 Stunden für die 59,65 km, unterbrochen von einer Pause beim altbekannten Edeka in Wildberg, war Nagold erreicht. Als Belohnung für die reibungslose Fahrt wurde in der Ortsmitte die Eisdiele aufgesucht und leckeres Gelati verspeist. Erspart blieb uns dieses Jahr der schweißtreibende Abschlussberg zum Naturfreundehaus, da dort ein Übernachten aufgrund Corona nicht möglich war. Stattdessen hatte Ala Zimmer im Ibis-Hotel gebucht, was natürlich eine begrüßenswerte und mehr als deutliche Komfortsteigerung bedeutete. Im empfehlenswerten italienischen Restaurant „Waldhorn“ wurden später die Kalorienspeicher für den nächsten Tag aufgefüllt, bevor es zurück ins gemütliche Hotel ging. Lediglich der Betreuerstab um Ala, Manfred und Manu sowie Torsten und Oli vom Mannschaftsrat, nahmen noch einen „Absacker“ in einem Café zu sich und besprachen die nächsten Tage.

 

2. Tag – Wetterkapriolen…

 

Völlig entspannt wurde die zweite Etappe nach Rottweil angegangen. Über Nacht hatte es einen bereits vorangekündigten Temperatursturz von 33 auf 18 Grad gegeben und der Himmel hatte seine Schleusen geöffnet. So wurde die für 10.15 Uhr anberaumte Abfahrt, in Abstimmung mit der Wetter-App, kurzerhand auf 11.30 Uhr verschoben. Die ältere Generation konnte so das Frühstücksbuffet im Hotel etwas ausgiebiger genießen und die vom „Nachtleben“ gestresste Jugend länger ausschlafen. Bis dahin hatte es auch aufgehört zu regnen, und eingedeckt mit frischen Backwaren, Riegeln und Getränken aus dem naheliegenden Edeka ging es bei bedecktem Himmel und 21 Grad Lufttemperatur los. Um Kilometer zu sparen, wollten wir es einmal mit Navi versuchen, was uns teilweise auch über andere Wege wie in den Vorjahren, jedoch auch über stark befahrene Straßen führte. Um hier keine unnötigen Gefahren heraufzubeschwören, kehrten wir irgendwann wieder auf unseren altbekannten Heidelberg-Bodensee-Radweg zurück. Doch auch kaum befahrene Nebenstraßen haben so ihre Tücken. Insbesondere, wenn man auf der falschen Straßenseite fährt und dabei noch unaufmerksam ist. So hatte es Daniel nur der reaktionsschnellen Vollbremsung eines Quadfahrers zu verdanken, dass es nicht zu einem Zusammenstoß gekommen war. Pause wurde beim Rewe in Oberndorf am Neckar gemacht, wo es auch lecker Hähnchen und Pommes von Cobans Grillwagen gab. Bevor wir dann nach 64 km und einer reinen Fahrtzeit von 4:02 Stunden bei der Jugendherberge in Rottweil angekommen waren, mussten noch die letzten und anstrengendsten der 765 Höhenmeter bewältigt werden, die wir an diesem Tag hinter uns gebracht hatten. Hier wurden noch einmal die letzten Kräfte mobilisiert, die leider nicht bei jedem reichten. So mussten sich einzelne Teilnehmer an den hilfsbereiten Manu klammern, dessen Pedelec noch ausreichend Elektroreserven hatte, um die kraftlosen Radfahrer nach oben zu ziehen. Für das Abendessen hatten wir in der Weinstube Grimm reserviert, die sich nur ein paar Schritte von der Jugendherberge befand. Der Rostbraten fand dort die meisten Abnehmer, doch auch die anderen Speisen wie Käsespätzle, Maultaschen, Flammkuchen und Penne vegetarisch waren nicht zu verachten. Mit einem Stadtbummel im malerischen Rottweil und einem Abschlusseis wurde der Tag beendet.

 

3. Tag – Ende gut, alles gut…

 

Nach fünfeinhalb Stunden Fahrt und 104 Kilometern landeten wir alle wohlbehalten am Bodensee. Unterwegs wurden zwei Pausen im Cafe „Wespennest“ in Hüfingen und im Café Schlosspark in Hilzingen eingelegt. Dazwischen lag die „Hüfinger Bergwertung“, die souverän von Torsten gewonnen wurde. Zweiter und Dritter wurden Benjamin und Ala. Highlights waren auch drei schnelle, nicht ungefährliche Abfahrten, worunter die „Panoramaabfahrt“ vor Tengen, die schönste war. Beim Jugendhotel angekommen, wurden wir schon von Alas Schwester Caro mit dem kleinen Matti und Papa Christian, Oma Martina Bossert sowie Alas Freundin Nina erwartet, die einen Trip an den Bodensee unternommen hatten. Mit Philipp Fries war ein weiterer Spieler mit Zug und Bus angereist und ergänzte die Truppe. Auch der Tour-Bus war bereits mit den Getränken vor Ort. Zum Abendessen gab es feine Bossert-Salate und Würste vom Grill. Die hatten unsere Besucher bereits im Voraus bei der Metzgerei Zorn besorgt und besonders schmackhaft waren die von Axel Zorn kreierten „Parmesanwürste“. Nach diesem leckeren Mahl fieberten Münchner und Pariser Fans vor dem Fernseher mit ihren Mannschaften mit, die sich in Lissabon im Finale der Champions League um den Sieg stritten. Am Ende hatte Bayern München 1:0 gewonnen. So klang der Tag trotz anstrengender Fahrt gemütlich aus, und fast alle konnten ab Mitternacht ihren wohlverdienten Schlaf genießen.

 

4. Tag – Mit Käpt’n Matti erneut auf hoher See…

 

Wie schon vor zwei Jahren ging es mit dem nun schon erfahreneren Käpt’n Matti hinaus auf´s Schwäbische Meer. Erster Offizier Ala hatte drei Motorboote im Voraus reserviert, mit denen die Seemitte angesteuert wurde. Nachdem dort die Anker ausgeworfen worden waren, sprangen bis auf Mama Bossert und Manu alle ins Wasser und genossen das erfrischende Nass. Nach einer Stunde kehrten wir an Land zurück, wo die meisten das nahegelegene und eintrittsfreie Strandbad aufsuchten. Dort lieferte sich die Jugend ein eineinhalbstündiges Fußballmatch, da Beachvolleyball aufgrund eines fehlenden Netzes nicht möglich war. Zur Abkühlung im See, musste wegen des niedrigen Wasserstandes zunächst eine längere Strecke vom „Strand“ ins Wasser zurückgelegt werden, bei der so manche Adilette im Schlamm versank. Am Abend wurde dann wieder gegrillt. Am Morgen waren frische Grillwürste beim Edeka besorgt worden und Salate waren vom Vorabend noch genügend übrig. Die Erwachsenen, bis auf die Betreuer, wollten es sich mal gut gehen lassen und hatten sich zum Speisen in den „Hirsch“ begeben, von wo aus sie zu später Stunde ins Jugendhotel zurückkehrten. Der krönende kulinarische Abschluss für die „Griller“, sollte ein Besuch in der Eisdiele des Nachbarorts werden. Doch hatten die Betreiber bei unserem Eintreffen bereits früher als im Internet angegeben, ihren Laden dicht gemacht. Natürlich waren wir leicht erzürnt und enttäuscht. Doch kein Problem für uns. Kurzerhand ging es mit dem Rad zurück zu unserem Strandbad, dessen Gastronomie noch in Betrieb war und die auch Eis im Angebot hatte. Sogar gemischtes Eis, was Conrad mit zwei gleichzeitig verzehrten Sorten Magnumeis unter Beweis stellte. Vor dem Jugendhotel bildeten sich anschließend noch heiße Diskussionsrunden, die teilweise lange bis nach Mitternacht andauerten.

 

5. Tag – nach Hause…

 

Am Abreisetag begrüßte uns ein herrlicher Sommermorgen mit angenehmen Temperaturen. Nach dem Frühstück und nachdem um elf Uhr die Zimmer geräumt waren, fuhren wir mit zwei Tretbooten noch einmal hinaus auf den See. Dort wurden fleißig die Tretbootrutschen genutzt und im Wasser geplanscht. Nach einer letzten Dusche in unserer Unterkunft fuhren wir mit dem Rad nach Radolfzell, um dort mit der Schwarzwaldbahn von „Go-Ahead“ die Rückreise anzutreten. Der Tourbus mit Stefan, Kerstin und Benni fuhr ebenfalls Richtung Heimat und nahm Manu mit, da dieser dort den Bus von Stefan und Kerstin übernehmen sollte. Doch Manu wäre nicht Manu, wenn er nicht wieder eine gute Idee gehabt hätte. Er wollte doch mit „den Jungs“ im Zug mitfahren und so trafen wir ihn am Bahnhof wieder, wo ihm erst im Nachhinein klar geworden war, dass er die Planung von Ala leicht durcheinandergebracht hatte. Nach einer Stärkung in den örtlichen Lokalitäten wurde schließlich der Zug bestiegen, der uns pünktlich über Rastatt, wo Torsten ausstieg, nach Karlsruhe brachte, wo uns Freddy und Philipp verließen. Der Rest fuhr mit dem Anschlusszug nach Pforzheim, wo die Tour dann offiziell beendet wurde. Was nächstes Jahr passiert, steht noch in den Sternen…schaun mer mal.

 

Ein großes Lob und ein herzliches Dankeschön geht an unseren Ala, ohne den solche Events für die Jugend gar nicht möglich wären, sowie an die Tourbusfahrer, die immer zur Stelle und ein sicherer Rückhalt waren.

 

Ein Lob auch an „die Jungs“, die sich tapfer jeder radlerischen Herausforderung stellten und sich vorbildlich und sozial kompetent verhalten hatten.

 

Bis dann im nächsten Jahr…

 

Euer Manfred Karpstein

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