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Interview zur badischen Vize-Meisterschaft unserer C1-Jugend

Alex, Du bist seit vielen Jahren unser Jugendkoordinator und trainierst neben der A-Jugend auch die C-Jugend. Warum die C-Jugend und nicht die B- oder D-Jugend?

 

Alexander Lipps: In der D-Jugend wird langsam damit begonnen, strukturiert Handball zu spielen und erste automatisierte Bewegungsabläufe, wie z.B. ein einfaches Kreuzen, finden Eingang in die Trainingsarbeit und Anwendung in den Spielen. Hier ist aber noch viel einstudiert. Auch das Körperliche ist noch noch unterentwickelt und meist sehr ungleich verteilt. In der C-Jugend bekommen die Spieler ihre Wachstumsschübe - sowohl körperlich, als auch von der Spielfähigkeit her. Es ist also das Alter, in dem ein Training mit hohen taktischen Anforderungen auf einen sehr fruchtbaren Boden fällt, während in einer D-Jugend von einem Trainer ganz andere Kompetenzen abverlangt werden. Danach kommt der Wechsel zu Ala (Anm.: Alexander Bossert) in die B-Jugend. Er setzt andere Schwerpunkte als ich und das ist für die individuelle Entwicklung der Spieler gut.


Nach dem Gewinn der badischen Meisterschaft letzte Saison gab es dieses Jahr den Vizemeistertitel, zu dem wir herzlich gratulieren. Was hat zum Titelgewinn gefehlt?

 

Alexander Lipps: Die letztjährige Platzierung der Rhein-Neckar-Löwen nur im Mittelfeld der Tabelle hat kräftig an ihnen genagt. Das Team wurde mit etlichen Neuzugängen runderneuert und ist fast eine Auswahl aus den Kreisen Bruchsal, Mannheim und Heidelberg. Wenn wir dann in der Runde trotzdem nur ein Spiel gegen die Löwen verlieren und eines unentschieden spielen sowie alle anderen Spiele bislang gewinnen, zeigt dies schon die herausragende Qualität unserer Spieler. Die Mannschaft ist keinesfalls schlechter als letzte Saison, in der Breite sogar besser besetzt.

 

Noch vor zwei Jahren in der D-Jugend landete die Mannschaft mit dem Jahrgang 2003 und jünger auf Platz 2 in der Bezirksliga Pforzheim/Karlsruhe. Da hat sich seitdem einiges getan?

 

Alexander Lipps: Wir hatten, ebenso wie die anderen Badenligisten, Neuzugänge von außerhalb. Die haben sich richtig gut in die Mannschaft integriert und enormen Druck ausgeübt. Wer von außerhalb zu uns kommt, macht das, um sich zu verbessern und Spielanteile auf hohem Niveau zu erhalten. Da müssen unsere Eigengewächse Gas geben, um ihre Plätze zu verteidigen. Das Ergebnis ist eine enorme Weiterentwicklung aller Spieler. Nico Schöttle oder Marvin Tieker waren beide in besagter D-Jugend die Leistungsträger. Beide sind nun BHV-Auswahlspieler, Nico Schöttle als 2003er sogar im Jahrgang 2002.


Seit eigener Vereinsgründung in 2007 spielt die C-Jugend in der Badenliga und die schlechteste Platzierung war ein 5. Tabellenplatz. Wie schwer ist es, ein solches Ergebnis zu erreichen?

 

Alexander Lipps: Die Frage sollte besser an die Vereine gestellt werden, die das nicht geschafft haben. Die Hauptvoraussetzung ist der Wille, erst dann kommt das Talent. Wenn das Trainerteam - und hier schließe ich ausdrücklich alle ein - hoch motiviert ist und auf ehrgeizige Spieler trifft, ist sehr viel möglich. Um aber über einen so langen Zeitraum diesen Erfolg zu haben, muss im Rahmen der Möglichkeiten alles optimiert werden. Trainingszeiten, Trainingsbedingungen und so weiter. Da haben wir leider in Pforzheim nicht die allerbesten Voraussetzungen und hinken den Rhein-Neckar-Löwen mit ihrem Leistungszentrum um Längen hinterher. Aber genau das ist die Motivation, mit einem Bruchteil an Möglichkeiten, am Ende Augenhöhe zu erreichen. Die Löwen werben damit, dass man nach dem Training Andy Schmid oder Patrick Groetzki hautnah erleben kann. Die Erfolge einer ersten Herrenmannschaft haben eine enorme Strahlkraft auf Jugendliche. Wir können da nur entgegenhalten, dass man bei uns auch die reelle Chance hat, einmal in der ersten Herrenmannschaft zu landen. Aber das ist eine sehr glaubwürdige Chance.

 

Wie stehen die Chancen in der nächsten Saison in der Badenliga?

 

Alexander Lipps: Unsere C2 ist diese Saison unangefochten Meister der Bezirksliga geworden. Mit Julius Wolf, Robin Petersen und Philipp Fries haben wir drei Auswahlspieler des Jahrganges 2004 an Bord. Mit dem jetzigen Kader werden wir uns hoffentlich für die Badenliga qualifizieren können. Um wieder vorne dabei zu sein, bedarf es aber wohl noch einer Stärkung.

 

E-Jugendtrainer Ulf Meißner bat Dich in seinem Interview darum, bei der C-Jugend zu bleiben, und nicht die E-Jugend zu übernehmen. Kannst Du seine Angst vor Arbeitslosigkeit etwas lindern?

 

Alexander Lipps: Wir trainieren dienstags eine Stunde parallel in der Halle. Wer den Geräuschpegel einer E-Jugend-Trainingseinheit einmal erlebt hat, weiß, dass ich mir das nur unter Androhung hoher Repressalien antun würde. Aber es is schon spannend. Ich beobachte die Entwicklung genau. Einige der E1-Spieler spielen schon in der D1. Nächstes Jahr kommen sie in die offiziell in die D1 und dürfen dann auch schon bei der C2 mit trainieren. Dieser Sprung ist der größte im Jugendhandball überhaupt. Das ist für den Trainer eine tolle Herausforderung, deren Weiterentwicklung weiter voran zu treiben. Deswegen kann er da ganz beruhigt sein. Außerdem befürchte ich, dass ich nach zwei verlustpunktfreien Runden der E-Jugend gar keine reelle Bewerbungschance hätte.

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