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10 Jahre - 124 Teilnehmer - 1 Ziel - Der Bodensee !

Erhöhte Sicherheitsstufe - Pforzheimer Ex-Polizeichef begleitet erste Etappe der Jubiläumstour

 

Die 10. Tour de Baden startete am 8. August 2017 wie gewohnt bei unseren Weißwurst-Sponsoren am Wartberg, wo die Familie Zorn erneut für die kulinarische Vorbereitung dieser Tour gesorgt hatte. Elf Teilnehmer hatten sich entschlossen im Jubiläumsjahr die ca. 240 Kilometer an den Bodensee auf sich zu nehmen, die wie immer in drei Etappen zu bewältigen waren. Dies waren neben Tourorganisator Alexander "Ala" Bossert, die B-Jugendlichen Niklas Seifried, Nikolas Pavlovic, Tim Mügendt, Maik Bratschke, Dominik Grosshans, Artur Sander, sowie ich, als Urgestein und Torwarttrainer. Und last but not least mit der ehemaligen Frauen-Spielerin Felicitas „Litschi“ Wohland, die erste Frau, die sich auf die gesamte Strecke wagte. Und vorab sei gesagt, sie stand ihren Mann und ihren Begleitern in nichts nach. Um auch alle Sicherheitsbedenken der zurückgebliebenen Eltern zu zerstreuen, wurde für die erste Teiletappe nach Nagold der Pforzheimer Ex-Polizeichef Diti Grusenick engagiert, dessen Enkel Moritz und Marius Seifried ebenfalls schon an der Tour teilgenommen hatten. Loris Hölle und Christian Schopf besetzten den SG-Bus, der uns für Not- und Ausfälle auf der Strecke immer zur Verfügung stehen sollte. Nach der kalorienreichen Nahrungsaufnahme und Ala's obligatorischer Benimm-Ansprache ging es endlich los. Über Enzauenpark und Stadtgarten hinaus aus der Stadt, Richtung Dillweißenstein, wo wir leider die Regenjacken überziehen mussten, da der angesagte Regen auch tatsächlich eintraf. Allerdings hatten wir Glück und es blieb bei leichteren Tropfen, die uns zwar bei der Fahrt durchs Nagoldtal zeitweise begleiten, aber vor keine Probleme stellten. Nur ein Sattelbruch an Domi's Rad hielt uns kurz in Bad Liebenzell auf und nach der obligatorischen Pause am Wildberger Edeka, kamen alle nach 60 Kilometern wohlbehalten in Nagold an. Dort machten die Älteren Station in einem Cafe am Nagolder Marktplatz, während die Jugend schon voraus ins Naturfreundehaus fuhr, wo wir wie gewohnt Quartier bezogen. Sicherheitschef Diti, der für die nächsten Etappen sein „Sicherheits-Ok“ gab, verabschiedete sich und fuhr kurzerhand mit seinem Radel zurück nach Pforzheim, wo er nach weiteren 60 km seine erfolgreiche Ankunft per WhatsApp mitteilte. Nach einer erfrischenden Dusche und kurzen Chilloutmomenten wurden die leeren Kalorienspeicher bei gutem griechischem Essen im „Mykonos“ wieder aufgefüllt und schon früh gingen die Lichter in den einzelnen Zimmern aus, wo der wohlverdiente Schlaf bald für Ruhe sorgte.

 

Auf den Spuren von Schanz, Roos und Seifried

 

Die zweite Etappe endete dieses Jahr nicht in Villingen, sondern in Rottweil, da die Villinger Jugendherberge ihren Betrieb eingestellt hatte. Somit waren im Gegensatz zu den Vorjahren „nur“70 anstatt 100 Kilometer auf der schwierigsten der drei Etappen zu bewältigen. Doch auch diese hatten es in sich und forderten ihre Opfer. Nach einer langen Serpentinen-Steigung kurz vor Rottweil und der darauf folgenden Abfahrt, konnte Niko leider aufgrund fehlerhaft eingestellter Bremsen in einer Kurve einen Sturz nicht mehr vermeiden, in den Maik unverschuldet hineingezogen wurde und sich dabei an Knie und Ellenbogen Schürfwunden zuzog. Weiteren Personen- oder Sachschaden gab es zum Glück nicht, sodass alle mit dem Fahrrad die modern renovierte und mit Preisen ausgezeichnete Jugendherberge in der wunderschönen Rottweiler Altstadt ansteuern konnten. Nachdem Maiks Wunden versorgt waren, die bis zum Ende der Tour auch gut verheilten und Domi's Fahrrad, der ebenfalls Mängel an Bremsen und Reifen vorweisen konnte, runderneuert war, wurde das Abendessen in der Pizzeria Hochbrücke eingenommen, wo die „Schlafmützen“ die Wartezeit aufs Essen mit einem Kartenspiel verkürzten und dabei hauptsächlich Nikos Handrücken strapazierten. Zurück in der Herberge wurden verschiedene Wetterapps aufgerufen, doch die für den Folgetagangekündigten 100% Regen und 12 Grad Außentemperatur, wurden leider von allen bestätigt. So schliefen alle mit einem klammen Gefühl ein und träumten von einem Einsehen von Wettergott Petrus.

 

Die Tortur de Baden

 

Dass Träume oft Schäume sind, mussten wir am dritten Tag feststellen, denn Petrus ließ zwar um sechs Uhr die Glocken des nahen Kirchturms hell erklingen, doch seine Schleusen schloss er nicht. Wie erwartet, regnete es und so wurde beim reichhaltigen Frühstück Kriegsrat gehalten, ob man in Anbetracht der Wetterlage auf den Zug umsteigen sollte. Doch einstimmig wurde beschlossen, die Fahrt mit dem Rad anzutreten und den Unbillen des Wetters zu trotzen. Mehr oder weniger passend gekleidet (Zitat: ...es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung...), klappte dies jedoch nur bis Donaueschingen, wo nach ca. 30 Kilometern, Maik, Niko, Niklas und Artur, durchnässt, verfroren und teilweise aus Verletzungsgründen die Zugvariante wählten und bis Radolfzell im geschützten Zugabteil unterwegs waren. Die übrig gebliebenen rüsteten sich für die jubiläumsreife Weiterfahrt, wobei Domi einen super Einfall hatte. Nach einem Sockenwechsel schützte er die im „Nahkauf“ neu erstandenen Beinkleider mit Einkaufstüten vom Supermarkt, was fortan für trockene Füße sorgte. Litschi tat es ihm nach und schwärmte später von dieser phänomenalen Idee. Leider erreichte uns mit Eintreffen des Tourbusses auch eine kleine Hiobsbotschaft. Unser Chica-Boy und Tourbusbegleiter Loris hatte über Nacht starke Schmerzen im Unterleib bekommen und musste von seinen Eltern abgeholt werden. Nach einem Arztbesuch wurde er später mit Verdacht auf Blinddarmentzündung ins Krankenhaus eingewiesen, wo sich nach zwei Tagen glücklicherweise herausstellte, dass es blinder Alarm gewesen war. Durch Wind und Regen ging es dann weiter über Hüfingen, Blumberg, Schwenningen und die Teninger Berge Richtung Bodensee, wobei mehrere neue Wegvarianten entdeckt wurden. Und da alle Wege nach Rom führen, kamen die fünf tapferen Radler/-innen nach etwa sechs Stunden Fahrt, 105,4 Kilometern, 900 Höhenmetern, Dauerregen und eisigen 12°C gegen Abend im Jugendhotel am See an. Dort hatten Chefkoch Schopfi und das Eisenbahnquartett bereits das Abendessen vorbereitet. Pünktlich zum Essen traf auch Alas Schwester Caro mit Sohn Matti ein, die mit dem Wohnmobil einen Abstecher zu uns machten. Bevor dann Chili con carne und Salat ihre Abnehmer fanden, hatte Ala noch eine Überraschung parat. Da ich alle zehn Touren erfolgreich auf dem Rad begleitet hatte, überreichte er mir zur Prämierung eine Bilder-Collage der Tour. Der Rest des Abends bis zum Schlafengehen wurde mit Spielen verbracht, wobei insbesondere beim „Bierpong“ viel Stimmung aufkam.

 

Aufbruchsstimmung

 

Auch am vierten Tag war keine eklatante Wetterverbesserung in Sicht. An Baden gehen war nicht zu denken und auch zum Boot fahren war das Wetter zu ungemütlich. So entschlossen sich Ala, Manfred, Litschi, Caro, Tim und Artur mit Schopfi nach Konstanz zu einem Stadtbummel zu fahren, während der Rest der Crew einen chilligen Tag einlegte. Ala, Tim und Artur nahmen sich noch vor, „das Mainau“ zu besichtigen, überlegten es sich aber kurz vor dem Ziel wegen des wieder stark beginnenden Regen anders und kehrten um. Auch beim Stadtbummel war es wegen des Regens etwas ungemütlich, aber in einem netten Cafe und beim Shopping konnte man den Wetterkapriolen ein Schnippchen schlagen. Beim Abendessen im Jugendhotel, es gab Schopfis Kultgericht Schinkennudeln, wurde dann endgültig und einstimmig beschlossen, die Tour wetterbedingt um einen Tag zu verkürzen und am nächsten Tag abzureisen. Der anschließende Abschlussabend wurde dann zu einem Highlight der Tour. Nach einem PS4-Fifa-Turnier kam es anschließend zu einem spannenden „Bierpong-Turnier“. Jung und Alt nahmen daran teil und es kam zu unerwarteten Auswärtssiegen und Favoritenstürzen, die vom begeisterten Publikum mit Beifallsstürmen bedacht wurden. Für manche Teamzusammenstellung musste zu später Stunde sogar die Telefonjury zu Rate gezogen werden. Auch an Gesangseinlagen mangelte es nicht, wobei sich Tim als textsicherer Schlagersänger entpuppte und sich als zukünftiger Leader empfahl. Bis nach Mitternacht dauerte die schweißtreibende Entscheidung um den „Karlsberg-Pokal“und manch einer musste noch duschen gehen, ehe er die Äuglein zum Schlafen schließen konnte.

 

Heimreise mit Hindernissen

 

Zur Abreise war eine leichte Wetterbesserung eingetreten und so sprangen vor dem Frühstück noch einige ins 1cm kalte Wasser des Bodensees, um wenigstens einmal dem Urgedanken der Tour gerecht zu werden. Danach trennte sich die Jubiläumsgesellschaft. Um Geld für die Bahn zu sparen, fuhren Litschi, Niko, Niklas und ich mit Schopfis Tourbus zurück nach Pforzheim, was auch bis auf eine für den Lernprozess von Jugendlichen wichtige Pfandrückgabeaktion problemlos verlief. Caro und Matti fuhren weiter zum Campen nach Langenargen. Mit einem 5er-Baden-Württemberg-Ticket trat Ala mit den übrigen Jungs von Radolfzell aus die Heimreise an, die leider nicht problemlos verlief, was zu der verkorksten Jubiläumstour passte. In Baden-Baden musste die Zugfahrt abruptunterbrochen werden, da bei einem Tunnelbau bei Rastatt Probleme aufgetreten waren und die Strecke gesperrt wurde. Natürlich herrschte Chaos pur, doch zum Glück konnte die Weiterfahrt nach Rastatt mit dem Rad durchgeführt werden, wo man auch wieder einen Anschluss nach Karlsruhe fand. Nach einer Zwischenstärkung ging es dann weiter nach Pforzheim, wo die Irrfahrt erst gegen 18.00 Uhr zu Ende war. Dadurch fiel auch der geplante Abschluss im „Stern“ ins Wasser, der aber nachgeholt wird.

Trotz aller Widrigkeiten, inbegriffen des Ausfalls der geplanten Jubiläumsaktionen, war es dennoch eine erlebnisreiche, interessante und harmonische Tour, die eigentlich nach dem Jubiläum durch eine andere Ferienaktion ersetzt werden sollte. Doch können wir mit so einer Tour aufhören? Die Zukunft wird es weisen.

 

Ein großer Dank gilt wie immer unserem Ala, der wieder mal alles bestens organisiert hatte und somit für Abwechslung im harten Leistungssport Handball sorgte. Danke auch an SG-Express-Chauffeur und Chefkoch Schopfi, sowie seinem unglücklichen Mitstreiter Loris, der lieber noch ein paar Dehnübungen im Kreis seiner Kumpels gemacht hätte, als im Krankenhaus zu hungern. Zu guter Letzt möchte ich noch Litschi erwähnen, die trotz kurzer Hose, kalten Knien und durchweichten Schuhen, als erste weibliche Teilnehmerin die gesamte Tour mitgemacht und sich als belebendes Element erwiesen hat.

 

Bis zum nächsten Mal...

Manfred Karpstein

 

 

 

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